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Vom Wunschtraum „ewiges Auto“

Ostkreis (tku) - „Die großen und kleinen Probleme, die man zu lösen hat, wenn man einen Oldtimer am Laufen halten will, sind mir bestens bekannt“, bekundet der 56-jährige Klein-Krotzenburger Ralf Schuchmann.


Fans und Besitzer des legendären Renault Alpine: Club-Chef Ralf Schuchmann
aus Klein-Krotzenburg mit seinem weißen Fahrzeug und Ulrich Englert aus Zellhausen mit seinem roten Renner .

Seit über drei Jahren Chef des 721 Mitglieder zählenden „Renault Alpine Clubs International“ (RACI), weiß er, wovon er spricht. Schuchmann ist außerdem Webmaster, ihm kommt in einer derart grenzüberschreitend agierenden Vereinsorganisation eine Schlüsselposition zu.

Der RACI wurde 1988 in der Schweiz gegründet. Zweck ist bis heute der organisierte Zusammenschluss der „Renault Alpine“-Besitzer, ein Fahrzeug, das seit 1994 nicht mehr gebaut wird. Bei Ersatzteilsuche, Gedanken- und Informationsaustausch sowie zur Markenpflege und –erhaltung will der Club seinen Mitgliedern als „Info-Drehscheibe“ zur Verfügung stehen.

Im Jahr 2008 ging die Führung des Vereins an Ralf Schuchmann in Hainburg über. Das Forum des Clubs ist vernetzt mit Mitgliedern aus Österreich, der Schweiz, Holland und Spanien, Kontakte bestehen auch zu dem mit 4000 Mitgliedern weitaus größeren Club im Renault-Mutterland Frankreich.

Erbarmungsloser Rost

Die Firma Renault Alpine begann die Produktion 1954 mit dem Fahrzeugtyp „Coach“, 1955 mit „Alpine A106“: Es folgten die legendäre A110, die A310, jeweils die beiden V6 (A500) und „V6 Turbo“ (A501). Am Ende der Kette stand der A610 aus den neunziger Jahren. Ralf Schuchmann besitzt, ähnlich wie sein Clubkollege Ulrich Englert aus Zellhausen, einen Renault Alpine A 310 V6. Die 150 PS starken Gefährte wiegen jeweils etwa 1000 Kilogramm. Der Wagen Schuchmanns ist Baujahr 1981, Ulrich Englerts Sammlerstück stammt aus dem Jahr 1977.

„Kommt ein Wagen in die Jahre, dann beginnt die Schwierigkeit mit den Verschleißteilen, und der Rost nagt erbarmungslos“, klagt Schuchmann. Die Ersatzteile sind Serienteile von Renault, die damals mit Karosserien aus Glasfaser-Kunststoff kombiniert wurden. Aus dem Bootsbau stammend rostet dieser Werkstoff nicht, somit ist er schier unvergänglich. Rostende Stahlgitterrahmen der tragenden Konstruktion sorgen jedoch gar zu schnell dafür, dass das „ewige Auto“ ein Wunschtraum bleibt. Die Rostlöcher sorgten bei den frühen Typ-Versionen des Renault Alpine zudem dafür, dass man das Gefährt in seine Bestandteile zerlegen musste: Motor, Achse, Getriebe und Lenkung müssen raus. Teile der „zerlegten Lieblinge“ landen in Kisten, diese warten in Garagen und Scheunen auf ihre Weiterverwendung. Die anderen Teile werden von Tüftlerhänden wieder in den fahrbaren Zustand versetzt.

Gute Versorgung mit Ersatzteilen

Ein generalüberholter Oldtimer sei auch deshalb so teuer, weil der Bastler jedes Teil zumindest einmal in der Hand gehabt haben müsse. „Nicht nur Mechanikteile altern, Ersatzteile wandern oft in den Müll, wenn sich das Lagern nicht mehr lohnt“, bemerkt Ralf Schuchmann. Kfz-Meister, die den Vergaser noch von Hand einstellen konnten, seien durch den raschen technischen Wandel bald nicht mehr auffindbar . Nicht wenige Fahrzeugbesitzer, die über den RACI Gleichgesinnte suchten, befanden sich auf verzweifelter Ersatzteilsuche und bekommen bis heute Hilfe angeboten. Für die Mutterfirma ist eine Ersatzteilproduktion mangels Nachfrage schon lange unrentabel und kein Thema mehr. Mit Erlaubnis des Mutterkonzerns sind aber technische Infos, Handbücher, Ersatzteilkataloge, Gutachten und Betriebsanleitungen online abrufbar.

Dank eines Händlers im Bonner Raum besteht für den Club recht gute Ersatzteilversorgung, jedoch gibt es auch hier Engpässe, wenn Teile besonders selten nachgefragt sind. Ein regionales Treffen findet am Sonntag, 28. August, ab 10:00 Uhr in der „Klassikstadt“ von Frankfurt-Fechenheim statt. Näheres ist unter der Mailanschrift Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder auf der Website erfahrbar. Besucher sind bei den Treffen willkommen. Für die Fahrzeuge gibt es auch eine Zeitschrift, die viermal jährlich erscheint. Ralf Schuchmann gibt unter der Telefonnummer 06182/66135 Auskünfte.

Zur Offenbach - Post (Link)

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